Aktueller Stand in Tamale

 

Einmal mehr liegt ein beeindruckender Besuch im Norden Ghanas hinter uns. Unser Hauptanliegen galt der rechtzeitigen Bedachung des neuen Sekundarschulhauses. Diese ist essenziel, da für den Schutz des Rohbaus vor heftigem Regen unerlässlich. Die Hauptregenzeit in Ghana beginnt üblicherweise im Juni und dauert bis Ende September.

Bereits im vergangenen Mai erreichten uns Bilder aus Tamale, die Abschlussarbeiten am obersten Stockwerk und die Entstehung der Dachkonstruktion dokumentierten. Ursprünglich sollte diese Preisgründen zufolge aus Holz und nicht aus Eisen errichtet werden. Zu unserer Freude teilten uns Mariama Abdulai (Bauherrin und Schulverantwortliche vor Ort) und Pippa Pepera (unsere langjährige Kontakt- und Vertrauensperson in Ghana) im letzten Frühling mit, dass die vorhandenen Spendengelder eine Metallkonstruktion zulassen würden; ein nicht zu unterschätzender Vorteil, angesichts der schwierigen klimatischen Bedingungen in der Sahelzone.

 

Seit unserem letzten Besuch wurden nebst der Bedachung alle drei Stockwerke im erweiterten Rohbau fertiggestellt. Nebst den drei bereits bezogenen Schulzimmern, sind 15 weitere Räume entstanden. Zudem wurde eine überdachte Verbindung zum Hauptschulkomplex hergestellt. Somit sind alle Einrichtungen auch während der Regenzeit trockenen Fusses erreichbar.

 

Dass an der DAMS (David Abdulai Memorial School) nun die gesamte Volkschulzeit vom Kindergarten bis zur Oberstufe besucht werden kann, ist ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Schulen, bei denen nach der Primarschulzeit ein Wechsel an eine andere, zum Teil weit entfernte Sekundarschule erfolgt. Zudem profitiert die DAMS aufgrund bemerkenswerter Schulleistungen und einer sehr guten externen Beurteilung von einem ausgezeichneten Ruf. Namentlich die gezielte Unterstützung aller Schulkinder durch die gut ausgebildete, hochmotivierte Lehrerschaft mit geringer Fluktuation sowie die engagierte, umsichtige Schulleitung führen erfreulicherweise zu einem jährlichen Zuwachs. Während Ende letzten Jahres rund 450 Schüler:innen die DAMS besuchten, waren es anfangs dieses Schuljahres bereits deren 550.

 

Wiederum durften wir uns vom beeindruckenden Leitbild der DAMS überzeugen lassen. Dem verstorbenen Arzt und Pädagogen Dr. David Abdulai war es ein Anliegen nebst einer Klinik für Benachteiligte, eine Schule für alle Kinder – unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion – zu gründen, in der die humanistischen Werte einer sozialen Gesellschaft gelebt und vermittelt werden.

Diesen Werten lebt auch seine Frau, Mariama Abdulai, nach. Sie führt mit bewundernswertem Engagement das Werk ihres Ehemannes – sowohl die Klinik als auch die Schule – weiter.  In den vergangenen zwei Jahren lag ihr Augenmerk vor allem auf der Entwicklung des Schulhausbaus und der Überwachung der Schulqualität.

Es ist stets aufs Neue beeindruckend und berührend, dem gemeinsamen Start in den Schultag beizuwohnen. Der stimmungsvolle von Trommeln begleitete Gesang, die motivierenden Worte der Schulverantwortlichen und die durch Schüler:innen vorgetragenen Verdankungen an die Gäste bleiben jeweils als unvergessliches Ritual in Erinnerung.

Der humanistischen Gesinnung des Ehepaars Abdulai liegt auch der Gedanke des auf das Einkommen der Eltern abgestimmten Schulgeldes zugrunde. Dieses wird aufgrund des neuen Schulhauses folgerichtig angemessen erhöht, womit auch die Eltern ihren Anteil zur Schulerweiterung beitragen. Zudem werden an regelmässig stattfindenden Elternanlässen die Optimierung der Zusammenarbeit sowie Unterstützungsmöglichkeiten auf allen Ebenen der Schule verbindlich besprochen und vereinbart.

 

 

Die nächsten Bauschritte

 

Dem Weiterführen und Abschliessen der noch ausstehenden Bauarbeiten gilt unser kommendes Engagement. Es sind dies namentlich die Elektrifizierung, die Möblierung und Apparateeinrichtung, sowie der Anstrich des Gebäudes und der Räumlichkeiten. Zudem soll eine Drainageeinrichtung unter dem Schulhausvor- und pausenplatz das zurzeit lange liegenbleibende Regenwasser in angemessener Zeit abführen. Sollten die noch ausstehenden Arbeiten nicht durch unbeständige Faktoren wie Klima und Inflation beeinträchtigt werden, dürfen wir das Sekundarschulhaus wie vorgesehen im nächsten Jahr unseren Freunden und Verantwortlichen der DAMS übergeben.

 

Aussichten

 

Pippa Pepera, unsere aus beruflichen Zeiten langjährige Bekannte und Vertrauensperson in Ghana, eine der beiden Hauptverantwortlichen für den erfolgreichen Schulhausbau in Tamale, hat kürzlich in Swaziland (südliches Afrika) eine Schule kennengelernt, die gleiche Werte vermittelt wie die DAMS und ähnliche Bedürfnisse aufweist. Ihre begeisterten Schilderungen haben unser Interesse geweckt. Vorgesehen ist deshalb im nächsten Jahr eine Reise nach Swaziland, um uns vor Ort ein Bild der «Jabez-School» zu machen und diese allenfalls wie unsere anderen Projekte vergangener Jahre in Kamerun, Togo, Sierra Leone und Ghana zu unterstützen.

 

Anna-Regula Schwarz Durschei / Beda Durschei-Schwarz